das epiLAB & epiLAMP

So viel testen wie möglich. Das ist eine der Grundvoraussetzungen, um die Verteilung des Coronavirus SARS-CoV-2 so gering wie möglich zu halten. Die durch das Virus ausgelöste Krankheit Covid19, hat weltweit viele Regierungen veranlasst, die Versammlungsfreiheit zu beschränken. Firmen mussten MitarbeiterInnen in Kurzarbeit schicken, Bildung in Schulen und an Universitäten gibt es teilweise für lange Zeit nur elektronisch. Für berufstätige Frauen und Männer mit Kindern ist der Alltag zwischen Homeoffice, Homeschooling und Kleinkinderbetreuung eine enorme Belastung. Job- und Einkommensverluste treffen viele und manche davon sehr hart. Viele Länder des globalen Südens kämpfen mit den Auswirkungen des Virus und schränken ihren Alltag kaum oder nicht ein, damit die fragile Wirtschaft nicht zum Erliegen kommt.

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Was Citizen Science kann. Bürgerwissenschaftler und Bürgerwissenschaftlerinnen haben sich weltweit zusammengeschlossen und erarbeiten einen Baukasten für ein bürgerwissenschaftliches Testlabor, in dem der Coronavirus im Speichel nachgewiesen werden kann. Zwei der Projekte nennen sich epiLAB und epiLAMP. Die Infos, wie fachkundige Bürger die nötigen, verbesserten Bio-Katalysatoren im Labor herstellen, erarbeitet epiLAB. Die Anleitung zum Bau von Laborgeräten erstellt epiLAMP. Ziel ist, die nötigen Protokolle Open Source zu veröffentlichen. Diese können national und international in Laboren implementiert und genutzt werden.

Citizen Science-Initiativen fördern ein friedliches Miteinander. Selbst etwas für die Gesellschaft tun zu können bedeutet Ermächtigung. Eine MACHER-Mentalitaet fuehrt zu Wahlfreiheit und Selbstbestimmung. Weltweit und im konkreten Fall im epiLAB und epiLAMP, verschaffen sich Menschen selbstbestimmt Wissen und machen dies anderen zugänglich. Selbstbestimmtes Tun und Entscheiden sind Kennzeichen demokratischen Handelns. Anordnungen oder Empfehlungen sind – statt von Wenigen entschieden – von vielen Bevölkerungsgruppen selbst erarbeitet und im besten Falle nachvollziehbar.

Ohne Testverfügbarkeit keine Normalität. Die breitflächige Verfügbarkeit von Tests ermöglicht ein besseren Überblick über das Infektionsgeschehen. Das ermoeglicht es Massnahmen feingliedrig anzupassen. Stellt sich durch die Testungen heraus, dass in einer Region gerade wenige Menschen mit dem Virus infiziert sind, kann eine Fabrik in Sicherheit wieder öffnen, kommen Tourismus oder Gastronomie wieder ins Laufen, können sich wieder größere Gruppen versammeln. Kindergärten und Schulen können teilweise oder ganz öffnen, das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben kann wieder aufgenommen werden.

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Bürgerinnen und Bürger können selbst feststellen, ob in ihrer Region SARS-CoV-2 gerade aktiv ist. Sie erhalten eine direkten Einblick und können besser verstehen, warum welche Massnahmen gerade aktiv sind. Idealerweise führt das zu einer erhöhten Akzeptanz und Nachvollziehbarkeit für Bewohnerinnen und Bewohner mit Ausgeh- oder Kontaktbeschränkung oder der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung.

Wissenstransfer ohne Gegenleistung. Offene Anleitungen zum Bau eines Laborgeräts und offene Lizenzen und Protokolle bieten Bürgerwissenschaftlerinnnen und Bürgerwissenschaftlern, die ein Labor aufbauen wollen, einen Wissenstransfer, der keine Gegenleistung erwartet. Ein Labor, das von BürgerInnen in ihrer Freizeit aufgebaut wird, muss keinen Gewinn erzielen. Die Tester müssen nicht mit Pharmaziekonzernen kooperieren oder sich abhängig machen. Die Grundhaltung ist eine wissenschaftliche – ohne Hintergedanken. Sie lautet: Wissen zur Verfügung stellen. Open Science. Open Source. Open Society.

Verteilungsgerechtigkeit ermöglicht Frieden. Globale Herausforderung wie die aktuelle Pandemie oder die Klimakatastrophe benötigen globale Gerechtigkeit. Positive Errungenschaften der Globalisierung müssen weltweit geteilt werden, damit alle profitieren. Open-Source Ansätze wie epiLAMP und epiLAB entwickeln Methoden, welche unabhängig der globalen „Big Players“ dezentral und kostengünstig zum Einsatz kommen können. Dies ermöglicht (mehr) Verteilungsgerechtigkeit.

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Teilen und was es bewirkt. Die Informationen des Baukastens nicht als Besitz zu verstehen, bedeutet, sie nicht verteidigen zu müssen. Es entsteht keine Konkurrenz, kein Angriff, kein Streit. Verteidigung ist nicht nötig. Die Infos, wie etwa die Anleitung zum Bau von Laborgeräten (epiLAMP) oder wie man die nötigen Bio-Katalysatoren im Labor selbst herstellt (epiLAB), Lizenzen und Protokolle können weltweit gleichzeitig genutzt werden. Eine negative Konkurrenz besteht nicht. Im Idealfall entsteht ein Wissens- und Erfahrungsaustausch, durch den sich die Gruppen gegenseitig unterstützen. Teilen statt besitzen kann friedensstiftend sein ebenso wie zeitgleiches, friedliches Nutzen den gesellschaftlichen Frieden stärken kann, Unfrieden verhindern oder sogar Krieg vorbeugen kann. Gemeinsames Nutzen von Ressourcen kann ein friedensstiftender Vorgang sein.

Das epiLAB und epiLAMP, die sich im WirvsVirus Hackathon (der größten
bürgerwissenschaftlichen Initiative bisher) zusammengefunden haben,
setzen sich für qualitative und unkomplizierte Testungen zum Screenen der
Bevölkerung ein.
epiLAMP mit dem entwickeln eines Bausatzes für ein benötigtes Laborgerät,epiLAB mit der Erforschung der für die Testreaktion notwendigen Bio-Katalysatoren.

Um mehr zu erfahren schau dir die Projektseiten an:
epiLAMP in #wirvsvirus, epiLAB in #wirvsvirus, epiLAB im Open Science Konsortium